Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Kündigung während Krankschreibung ist grundsätzlich erlaubt.
- Krankheitsbedingte Kündigung braucht negative Zukunftsprognose.
- BEM-Verfahren ist Pflicht bei längerer Krankheit.
- Lohnfortzahlung 6 Wochen, dann Krankengeld.
- Bei chronischer Krankheit hohe Anforderungen an Kündigung.
Darf während Krankheit gekündigt werden?
Ja — die Krankschreibung schützt nicht. Allerdings sind die Hürden für eine krankheitsbedingte Kündigung sehr hoch.
Voraussetzungen für die krankheitsbedingte Kündigung
- Negative Gesundheitsprognose.
- Erhebliche Beeinträchtigung betrieblicher Interessen.
- Interessenabwägung zugunsten des Arbeitgebers.
Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
BEM ist Pflicht
Bei mehr als 6 Wochen Krankheit innerhalb eines Jahres muss der Arbeitgeber ein BEM anbieten. Fehlt das, ist die Kündigung oft unwirksam.
Ihre nächsten Schritte
- 1Klage prüfen — krankheitsbedingte Kündigungen scheitern häufig.
- 2BEM-Angebot einfordern und dokumentieren.
- 3Schwerbehinderung prüfen — zusätzlicher Schutz möglich.
Bereit für den nächsten Schritt?
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Zum Abfindungs-CheckHäufige Fragen
- Darf mein Arbeitgeber während der Krankschreibung kündigen?
- Ja. Eine Krankschreibung schützt grundsätzlich nicht vor einer Kündigung — der Arbeitgeber darf Ihnen auch während Sie krank sind kündigen. Allerdings sind die Hürden für eine krankheitsbedingte Kündigung sehr hoch, und der allgemeine Kündigungsschutz nach KSchG greift wie sonst auch.
- Welche Voraussetzungen hat eine krankheitsbedingte Kündigung?
- Drei Stufen müssen erfüllt sein: eine negative Gesundheitsprognose (weitere häufige oder lange Ausfälle sind zu erwarten), eine erhebliche Beeinträchtigung der betrieblichen Interessen und eine Interessenabwägung, die zugunsten des Arbeitgebers ausfällt. Allein häufige Krankheit reicht nicht.
- Muss vor der Kündigung ein BEM angeboten werden?
- Ja. War ein Arbeitnehmer innerhalb eines Jahres länger als 6 Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig, muss der Arbeitgeber ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) anbieten. Versäumt er das, ist eine spätere krankheitsbedingte Kündigung in vielen Fällen unwirksam.
- Wie lange bekomme ich Lohn bei Krankheit?
- Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber gibt es 6 Wochen pro Krankheitsfall. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld in Höhe von rund 70 % des Bruttolohns (max. 90 % vom Netto), längstens 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren.